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"Nicht immer der Beste gewinnt"

Daniel Mühlbach begann seine Reise mit Footway vor 6 Jahren. Jetzt steht Europa vor der Tür und ich treffe einen Geschäftsführer mit Visionen voller unorthodoxer Ideen, Einfachheit und einer unnachgiebigen Hartnäckigkeit. Folge unserem Gespräch zwischen Bergen aus Schuhkartons.

Wir nehmen Platz in einem der Büros von Footway. Daniel sitzt in einem Sessel, ich auf einem Sofa. Vor uns steht ein Fernseher und mehrere DVDs. Das erinnert mich an eines der drei Konzepte des Unternehmens: „Spaß". Das zweite Konzept „Kunde" rückt auch schnell in den Fokus. Deswegen bin ich recht überrascht, als Daniel von seiner Angst vor den Kunden erzählt. 

Einfachheit ist seine Stärke

– Die Kunden faszinieren mich. Mit Angst vor den Kunden” meine ich, dass ich immer will, dass alles so gut wie möglich wird. Darin liegt die Stärke des E-Handels! Ein paar wenige Veränderungen können Dinge für viele so viel einfacher machen.

Die Einfachheit. Sie taucht in unserem Gespräch immer wieder auf. Wenn sie genannt wird, strahlen seine Augen und er setzt sich eifrig auf.

Ich brauche Einfachheit. Ich habe Legasthenie und ein schlechtes Gedächtnis. Deswegen brauche ich viel Einfachheit um mich herum. Und das ist zu einer Stärke geworden: Dinge so einfach wie möglich zu gestalten. Andere, die ein besseres Gedächtnis haben, meinen, dass es selbstverständlich ist, sich an alles erinnern zu können. Aber alle sind unterschiedlich.

Dinge einfach zu gestalten klingt wie eine Selbstverständlichkeit. Tun das nicht alle?
– Es ist sehr einfach, Dinge unnötig kompliziert zu machen. Im Grunde muss man seine Strategie darauf reduzieren, seine Arbeit gut zu machen und die Kunden anständig zu behandeln. Außerdem muss man konsequent sein, wenn man etwas erreichen will – man darf nicht andauernd seine Strategie ändern. Oftmals liegen Misserfolge daran, dass man nicht genug hinter einer Sache stand.

Einander inspirieren

Einfachheit war in den ersten 5 Jahren wirklich eine Herausforderung. Ist Footway heute so, wie du es dir vor 5 Jahren vorgestellt hast?


– Ja, das kann man wohl sagen. Wir sind bloß etwas größer als ich es mir vorgestellt hatte. Das Wichtigste am Anfang war durch die verschiedenen Phasen hindurch zu kommen: Erst mal ein paar Schuhe verkaufen, dann Profite einfahren und dann vermeiden aufgekauft zu werden.

Und was ist jetzt das nächste Ziel?

– Meine Vision ist Footway zur besten Adresse für Schuhe zu machen. Nicht nur um Schuhe zu kaufen, sondern auch um über Schuhe zu sprechen und einander zu inspirieren.

Die Zeit scheint genau richtig zu sein. Es passiert viel im E-Handel und Daniel ist davon überzeugt, dass der Einfluss der Kunden auf den Markt weiter zunehmen wird.

– Der Konsument befindet sich mehr und mehr in einer Machtposition. Was ein Kunde einem anderen Kunden sagt, ist das, was zählt und durch die neuen Systeme gibt es zahlreiche neue Möglichkeiten für diese Art von Austausch unter den Kunden.

Niemals aufgeben

Ich werde neugierig. Für jemanden, der mehrere Jahre Erfahrung hat, ist es leicht, über langfristige Ziele zu sprechen. Ich frage ihn, ob er genauso dachte, als er noch jünger war.

– Es ist schwer, als junger Mensch schon diese Perspektive zu haben. Der Horizont sah ganz anders aus und mittlerweile denke ich, dass 5 Jahre gar nicht so lang sind. Das versuche ich an andere weiter zu geben. Viele scheitern aufgrund kurzsichtiger Perspektiven. In meiner Freizeit bin ich Gymnastiktrainer und setze auf Selbstvertrauen und Kontinuität. Man darf bei Rückschlägen nicht einfach aufgeben. Es ist nicht der Beste, der gewinnt, sondern der, der nie aufgibt.

Nach den Fortschritten mit Lensway nochmal mit Footway ganz von vorne anzufangen spricht von einer unnachgiebigen Hartnäckigkeit.

– Ich denke nicht „das klappt doch nie“. Manchmal klappt es halt einfach auf eine andere Art und Weise. Ich arbeite auf ein großes Ziel hin, ohne genau zu wissen, wie der Weg dahin genau aussieht. So bleibt man die ganze Zeit über flexibel.

Er lehnt sich in dem großen Sessel zurück und schlägt die Beine übereinander.

– Man muss sich bewusst machen, was man gerade erlebt. Natürlich ist nicht jeder Arbeitstag lustig, aber in unserem Fall ist das hier nur der Anfang einer langen Reise. Man hört oft „Footway ist richtig cool“ – und ich denke in etwa „ja, es wird wohl noch richtig cool“. Wir fangen gerade erst an.


Text:  Alexander Åberg
Foto:  Kristofer Samuelson



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